Oldtimerfreunde Probstei

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20 Jahre Oldtimerfreunde Probstei,

40 Jahre Oldtimersammler in der  Probstei
 

Aktionsfeld mit historischer Ladevorrichtung Wippkiste sowie Greifzug und Höhenförderer

Ende der 70 Jahre des vorigen Jahrhunderts begannen sich Leute um den Erhalt alter Traktoren und
Maschinen Gedanken zu machen. Der eine wollte den immer zuverlässigen Schlepper nicht zum Schrotthändler  geben, andere erinnerten sich an Erlebnisse der Jugend.
Um es etwas besser zu verstehen muss man in die Jugend von uns, aufgewachsen in den 50 bis 70. Jahren,intauchen. Mein Großvater Otto Bauer hat das erste Quartal des 20. Jahrhunderts beschrieben, siehe Chronik einer Gemeinde, ich versuche es mit dem 3. Quartal.
Wie sah es aus in dieser Zeit in und um Probsteierhagen.

der legendäre Strohbulldog mit seinem eisernen Original

Vorraus gegangen war der Kauf des Gutes Hagen durch die Schleswig Holsteinische Höfebank im Jahr 1930. Auf dem Gutsland wurden im einheitlichen Baustil Höfe in Einzellage meist mitten auf dem eigenen Land errichtet, gut zu erkennen auf dem Petersberg, Schrevendorf und auf Freienfelde.
Weiter wurden die vorhandenen Gutsgebäude Umgebaut und mit Wohneinheit und Stallgebäuden für die Betriebe vorbereitet, hier ist Wulfsdorf  und Probsteierhagen ein anschaulichstes Beispiel. So entstanden 89 Betriebe  mit einer Fläche von 1,5 ha bis 35 ha.
Der Start fiel sicher sehr schwer, da Strom und Wasser meist noch nicht vorhanden war. Der Zug der Landmaschinen wurde noch bis weit in die 50 – 60  Jahre von Pferden übernommen. Die Betriebe waren Familienbetriebe und die ganze Familie musste mit ran bzw der Hof ernährte die komplette Familie. Für die Nachkriegszeit galten noch andere Regeln da Flüchtlinge und ausgebombte zusätzlich Arbeit, Wohnraum und Lebensmittel brauchten so Arbeitskräfte zur Verfügung standen. Dies änderte sich mit dem
Wirtschaftswunder und so wurden die Pferde durch Traktoren abgelöst. Diese Traktoren bildeten für uns Jungs eine wahnsinnige Anziehung. Wo immer ein neuer Trecker dazu kamen man fuhr mit dem Fahrrad hin. Kuckte durch den Zaun oder durfte auf den Hof. In den Arbeitspausen durfte man 

thumb Jugend forscht die Oldtimerfreunde Probstei haben keine Nachwuchssorgen

schon mal auf dem Trecker sitzen und mit ganz viel Glück auch mal mitfahren. Ans selbst fahren war nicht zu denken. In der Schule gab es eigentlich in den Pausen fast nur das Thema Traktoren. Unterschiedlich Produkte wurden mit unserem „Fachverstand“ beurteilt und Besprochen.  Viele Höfe arbeiteten mit Ackergeräten die vormals schon von
Pferden gezogen wurden. Diese wurden vielfach in der Probsteierhagener Schmiede Fa. Kruse für den Schlepperzug angepasst und erweitert. Die Schmiede hatte damals einen hohen Stellenwert für den laufenden  
Betrieb auf dem Acker. Pflugschare wurden damals noch regelmäßig ausgeschmiedet , Mähmesser wurden geschliffen Anhänger umgebaut und Traktoren repariert. Auch hier gab es immer was zu sehen. In der Schmiede war das Verständnis groß und Fragen von uns wurden immer beantwortet. Zurück zu den Traktoren.  Hier waren 

Kräftemessen an der Wasserwirbelbremse

viele unterschiedliche Fabrikate vertreten. Allgaier vor dem Miststreuer neigte durch seine kurze Bauform zum aufbäumen war aber sonst robust und betriebssicher. Hanomag, Porsche, MAN, Deutz usw vor dem Pflug, Eggen, Selbstbinder, gezogenem Mähdrescher gehörten zum Bild auf dem Acker . Mit dem Mähdrescher
gedroschenes Getreide wurde zum Speicher Stoltenberg sowie Raiffeisen gebracht. Hier bildeten sich fast immer lange Warteschlangen da die Annahme zu langsam arbeitete. Hier konnte man ebenfalls viele Schlepper 
hintereinander ansehen. Bei der Auflistung fehlt der Lanz Bulldog. Diese etwas andere Schlepper war für mich immer etwas besonderes. Der einmalige Klang die urtümliche, unverkleidete Technik war und ist einmalig. Sehr lange hat noch Harald Kohlmorgen auf Wulfskuhl mit einem  25 PS Glühkopf Ackerbulldog gepflügt. Ich habe ihm oft  bei der Arbeit zugesehen. Der alte Lanz hat mich dann nie mehr losgelassen. Genau genommen ist er der Grund warum ich angefangen habe nach alten Schlepper zu suchen. Ende der  60 Jahre wurden die Schlepper größer und moderner. Hydraulik war jetzt Standard. Selbstfahrende Mähdrescher wie der Claas
Matador Gigant arbeiteten schneller und leistungsfähiger. Stroh und Heu wurde jetzt zu Ballen mit Hochdruckpressen. Die Presse schob die Ballen jetzt gleich auf den Wagen und so fielen schweren Arbeiten des Ladens weg. In unseren Köpfen blieben aber die Schlepper der Jugend. 1977 erzählte Bernhard Wolff dass er 

nach unzähligen Stunden Restauration Höhenförderer XXL

von einem  kleinen Bulldogtreffen am Himmelfahrtstag  gehört hatte. Dies sollte im nächsten Jahr wiederholt werden. Also machten wir zwei uns ein Jahr später auf den Weg zu dem kleine Ort Meezen. Was wir da vorfanden, war eine durchaus überschaubare Menge an  Bulldogs aber bestätigten uns, dass wir  mit unseren Ideen nicht allein waren.
Nun ging es los. Bernhard kauft einen Bulldog Typ 2016 und ich kurz danach einen 3606. Der Anfang war gemacht. Wir arbeiteten uns in die Technik ein, die zum Glück so robust war , dass sie  Fehler wegsteckte.
1979 wurde der Lanz Bulldog Club Holstein gegründet. Wir waren von Anfang an dabei. Treffen in Meezen am Himmelfahrtstag sowie die Monatstreffen in Groß Harrie gehörten ab jetzt fest in den Terminkalender. In der Anfangszeit wurden wir oft belächelt mit unseren alten Bulldogs. Auch war die Polizei, eigentlich völlig unbegründet, sehr streng zu uns. Es fanden sich weitere Gleichgesinnte in der Probstei und so konnten wir im 
September 1980 unser erstes Oldtimerpflügen auf dem Trensahl organisieren. Dies wurde gut besucht.  Neben unseren aus der Nachbarschaft kommenden Traktoren hatten wir Besuch von einigen Freunden aus der Umgebung von Neumünster. Der Probsteier Herold, Franz Hergeröder, fing an uns von Seiten seiner Zeitung zu unterstützen. Weiter wurde erste Gemeinsamkeiten mit dem Heimatmuseum in Schönberg auf den Weg gebracht. Walter Muhs und Robert Lewsky waren jetzt immer dabei. Es folgten über die Jahre weitere Veranstaltung
Dreschen am Schönberger Strand, in Ratjendorf, in Probsteierhagen. Die beiden Veranstaltungen, Dampfpflügen auf Gut Behl, wurden maßgeblich durch unsere Mitarbeit möglich.  Hier wurde großes geleistet. Viele von suchten weiter nach alten Traktoren. Kauften und restaurierten sie.
Die Verbindung unter uns wurde immer intensiver und gleiche Gedanken vereinen auch zu Freundschaften. Die Idee eine Gruppe Probstei zu gründen nahm langsam Gestalt an. Neben dem Erhalt und Aufbau von Maschinen die für einen einzelnen zu groß zu schwer wurden gab es auch eine Idee ein Museum in Krokau an der Mühle in 

Originalgetreuer Nachbau eines Scheunenbodens mit Greiferzug

Verbindung mit alten gerechten Wohnen  für Leute vom Lande mit zu gestalten. Dies erwies sich aber sehr schnell als Flop. Am 31.07 1998
fand die Gründung der Oldtimerfreunde Probstei im Trensahl statt. 36 Leute hatten sich zusammengefunden. Der Name war gefunden und das Oldtimertreffem am 28-29. August erstmalig zu 100% unter unserer Regie veranstaltet. Weiter ging es mit der Anschaffung einer ersten Maschine. Wir kauften von der Gemeinde Osdorf ein Steinbrecher Firma Krupp Grusewald. Dieser hatte in den letzten Jahren stark gelitten. Eine Achse fehlte, eine Schwungscheibe war zerbrochen und die Kurbelwelle war krumm. Der Steinbrecher wurde zerlegt, Einzelteile von den unterschiedlich Mitgliedern aufgearbeitet. Eine Schwungscheibe wurde von einem Kieler Unternehmen neu gegossen, in Laboe gedreht und die Vorderachse einer alten Dreschmaschine konnte angepasst werden. Alles zusammen eine perfekte Gruppenleistung. Hier zeigten der Einsatz,
das Improvisationstalent und viel Handwerkschaftliches Geschick die wahre  Leistungsfähigkeit der Oldtimerfreunde.  Weitere Projekte folgten: Motorbremse, Einfahrmähdrescher Toilettenwagen, Spül- Küchenwagen, Dachstuhl mit Heuzange, Höhenförderer, Dächer der Probstei ,Strohbulldog mit Transportwagen ,Deutz Standmotor und viele Kleingeräte wurden aufgearbeitet.
Aus dem Stallgebäude der Familie Pries- Volkmann der einen Seite des Torhauses konnten wir  

Unter den Flügeln der Krokauer Windmühle Steinbrecher im Einsatz

2003 die Heuzange ausbauen. 1953 wurde sie eingebaut und diente,bedingt durch das lange Gebäude über viele Jahre erfolgreich um  Heu und Stroh befördern. Um diese einmalige erhaltene Technik zu zeigen konstuierten und bauten wir einen mobilen Dachstuhl. Jedes mal in Krokau ein Blickfang. Am Dachstuhl findet dann ebenfalls unsere Höhenförderer und Heupuster ihren Einsatzort. Unser aktuelles Projekt ist eine Horizontalgattersäge die wir 2015 in Stakendorf bei der Firma Lantau ausbauten. Neben der Aufarbeitung der Säge fällt noch zusätzlich die Aufarbeitung eines Tiefladers statt. Nur so kommen wir in dir Lage die Säge zu transportieren und mobil einzusetzen. Es sind noch viele Aufgaben zu erledigen und wir hoffen die Einheit in Krokau vorstellen zu können.
Für die Zukunft planen wir unseren Bestand an alten Maschinen zu erhalten und behutsam weiter auszubauen.
Am25-26. August diesen Jahres veranstalten wir wieder unser Ostsee Traktoren Treffen in Krokau.
Bitte besuchen sie uns und überzeugen sich von Technik der letzten 100 Jahren, denn entgegen einem Museum dreht sich bei uns alles. Für Erklärungen stehen wir gern zur Verfügung.
 
Jürgen Perkams
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