Oldtimerfreunde Probstei

Clubabend
Freitag, 26.10.18
20:00
- 22:00
Clubabend
Freitag, 30.11.18
20:00
- 22:00

Ostsee Traktorentreffen 2008 und 2010

 

In beiden Jahren stehen die Veranstaltungen der Oldtimerfreunde Probstei unter dem Motto

                                               „ Heu und Stroh bergen „

Für die Vorbereitungen zur Heuernte sind in beiden Jahren Klaus Lilienthal und Jochen Lohmeier eingeteilt. Den Auftrag hatten wir nun an der Backe. Was und wie wollen wir es machen und welche Voraussetzungen müssen wir schaffen.

Unsere Idee war, das Reutern zu zeigen. Haben wir noch genug Reuterböcke? Wo bekommen wir eine Reuterschlöp und wo können wir genug Gras mähen, um diese dann reutern zu können.

Reuterböcke fanden wir dann noch in Freienfelde, die Reuterschlöp gehört zum Inventar der Oldtimerfreunde und lagerte im Magazin in Röbsdorf. Gras mähten wir dann am Weg nach Röbsdorf und zum Fischteich.

Bei bestem Heuwetter mit Sonnenschein und frischem Wind machten wir uns an´s Reutern.

Die Reuterschlöp hinter den Gummiwagen, auf dem unser Vorrat an Reuterböcken lag und dann den Reuterbock auf die Schlöp. Die Reuterknüppel durch die Ringe und schon konnte es los gehen. Die ersten Forken auf die drei Ecken und dann die Mitte und siehe da, es klappte wie in alten Zeiten.So folgte Forke für Forke und Schicht um Schicht bis zur Höhe von ca. 3 Metern.  Wir beide waren selbst erstaunt, wie selbstverständlich das Reutern von der Hand ging. Auch mit dem Spitzen kamen wir gut zurecht. Der erste Reuter war schnell voll und konnte sich sehen lassen. Wir hatten es doch noch nicht verlernt und erinnerten uns an die Zeiten in der Heuernte, um die Heuvorräte für Kühe und Pferde im Winter zu schaffen. Das war harte körperliche Arbeit und schweißtreibend dazu.

Auch mit dem Absetzen des Reuters klappte es, der glitt sanft aus den Gleitschuhen der Schlöp auf den Boden und machte somit Platz für den nächsten Reuterbock. Nur ein Reuterbock musste seinem Alter, den Holzwürmern und dem Gewicht des frischen Heu Tribut zahlen und brach wie er fast fertig war beim Absetzen mit unüberhörbarem Knöstern zusammen. Alles Fluchen half nichts, ein neuer Bock musste her und die Arbeit noch mal von vorn.

Damit das frische Heu von Wind nicht runter geweht werden kann, banden wir an einem der drei Beine starkes „Sacksband“  an, an dem dann ein Ziegelstein als Gewicht angetüttert wurde. So konnten das Heu auf dem Reuter trocknen und dieser dann nach ca. 3 Wochen mit dem Reuterheben in der Dreipunkthydraulik eingefahren werden.

Uns hat das Reutern viel Freude gemacht, weil alles klappte und wir es auch nicht verlernt hatten.

Wie früher auch, wurden wir dann mit Kaffee und Kuchen draußen beim Reutern versorgt. 

                                                                             

                                                                                              Klaus und Jochen

Auf dem Programm für das Oldtimer Traktoren Treffen in Krokau steht in diesem Jahr unter anderem: Heu- und Strohbergung von der „Sense bis zum Ladewagen“.

Über viele Jahrhunderte war die Sense in vielen Kulturen das wichtigste Mähwerkzeug in der Landwirtschaft und wurde in vielen Gedichten und Geschichten beschrieben. Ob zum Mähen von Gras oder Getreide, die Sense muss schneiden und scharf sein, denn die Arbeit mit der Sense war schwer und im Sommer auch sehr schweißtreibend. Nicht umsonst wurde die Sense auch „Schweethaken“ (Schwitzhaken) genannt.

Während des Mähens wurde das Sensenblatt nach 50 bis 100 Sensenschlägen mit dem „Leestrich“ (Sensenstreicher oder Wetzstein) nachgeschärft.

Dabei wird der Sensenbaum zwischen die Füße gestellt, mit der linken Hand und dem Oberarm werden der Rücken des Sensenblattes gehalten und mit dem Sensenstrich in der rechten Hand wird abwechselnd links und rechts von der Spitze des Blattes an mit kräftigen Zügen nachgeschärft. Zum Schluss streicht der Mäher mit dem Sensenstrich über die volle Länge des Sensenblattes, wodurch das typische Klingen der Sense erzeugt wird.

Damit das Sensenblatt trotz des häufigen Nachschärfens gut schneidet, muss die Sensenschneide immer haar dünn sein. Diese Schärfe wird durch das Dengeln erreicht. Hierbei wird das Sensenblatt auf einem kleinen Dengelamboss, der in einen liegenden Haublock geschlagen ist, mit der Finne eines leichten Hammers ausgetrieben. Der Mäher setzt ca. 1 cm oberhalb der Schneide mit den Schlägen an und treibt den gehärteten Stahl des Blattes in der Breite der Hammerfinne in Richtung Schneide. Mit dem geübten Auge und dem Rücken des Fingernagels an seinem Daumen prüft er die Schärfe der Schneide. Diese darf keine Scharten bekommen und muss sich unter dem leichten Druck des Daumens leicht nach oben wölben lassen. Nicht ohne Grund kommt der Ausspruch: „Wer beim Dengeln schläft, wird beim Mähen wach!“

Heute, im Zeitalter der Elektrowerkzeuge und Einhandschleifer mit  Schleifscheiben, geht die Kunst des Dengelns leider verloren.

Unser Oldtimerfreund Peter Stoltenberg (Fiefbergen) hat diese Technik noch von seinem Vater gelernt und beherrscht sie noch. Deshalb hat er sich bereit erklärt und gezeigt, wie eine Sense fach- und stilgerecht gedengelt wird. Die Aufnahmen wurden am 10.08.2010 auf dem Hof Stoltenberg Erben in Röbsdorf gemacht und zeigen Peter bei seiner schlagkräftigen Arbeit.

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