Dem Einsatz in Krokau 2026 steht nichts mehr im Wege: der Reuterträger von Cl. Meifort Söhne. Detlev hat die Winde instandgesetzt, Reifen und Radlager neu gemacht - der Heber arbeitet wieder wie früher.
Bis in die 50er- und 60er-Jahre waren Reuter die Lösung, um Heu luftig und regensicher zu bergen. Zum Ausheben, Versetzen und transportieren fehlte den damaligen Treckern aber meist die Hydraulik oder schlicht das Gewicht. Also bekam der Heber ein eigenes Fahrwerk und einen Seilzug. Erhalten geblieben sind von diesen Geräten nur wenige - die meisten sind mit dem Ende der Reuterei verschrottet worden.
Das Besondere: gebaut wurde dieses Exemplar quasi vor der Haustür, bei der Maschinenfabrik Cl. Meifort Söhne in Sude bei Itzehoe.
Reuter haben mal die Landschaft geprägt - heute sieht man sie nur noch auf Bildern. Immer weniger Leute wissen noch, wie man Reuter richtig aufbaut. Auch deshalb ist das Reutern bei unserem Traktorentreffen ein ganz besonderes Herzensprojekt.
Zu sehen am 22./23. August 2026 in Krokau.
Bei der Eröffnung der Probsteier Korntage bringen wir traditionell mit unseren festlich geschmückten Kornhängern die Kornmajestäten zur Veranstaltung. Mit an Bord waren Kornkönigin Henrike, die neue Kornkönigin Jule und die neue Kornprinzessin Tessa, dazu Gäste und passend zum Jubiläum viele ehemalige Kornköniginnen. Somit war eine Rekordzahl an Gästen an Bord, die auf insgesamt sieben geschmückte Kornhänger verteilt wurden.
Die Fahrt führte durch die Kornfelder der Probstei, während rundherum gedroschen wurde. Nach einer Stunde wurden die Gäste rechtzeitig zu den Feierlichkeiten nach Barsbek gebracht. Dort hatten bereits viele Vereine, Feuerwehren, die Gemeinde Barsbek und Unternehmen ihre Stände aufgebaut. Dort haben auch wir unsere Traktoren aufgestellt und Werbung für unsere Veranstaltung gemacht.
Schöner kann man 25 Jahre Korntage kaum feiern: auf der Festwiese in Barsbek gab es neben der Proklamation der Kornkönigin auch eine Zeitreise durch ein Vierteljahrhundert Korntage-Geschichte mit vielen alten Kornköniginnen. Und es wurde über die Herkunft und Historie der Strohfiguren berichtet. Toll, was mittlerweile daraus entstanden ist. Danke an die Gemeinde und den Tourismusverband für diese tolle Eröffnung!
Am 22. & 23. August laden wir dann zur größten Veranstaltung des Korntagesommers ein – dem 19. Ostsee-Traktorentreffen in Krokau an der Mühle. Über 400 Traktoren, Fahrzeuge, Raritäten und die Landtechnik der letzten 100 Jahre in Aktion. Passend zum Korntagejubiläum beschäftigen wir uns in diesem Jahr besonders mit den Weg von der Sense zum Mähdrescher - mit zahlreichen Geräten aus der Probstei in Betrieb.
Der Steinbrecher war unser erstes Vereinsgerät. Damals wurde er mit einer Dreschmaschinenachse und einer neu gegossenen Schwungscheibe völlig neu aufgebaut. Seitdem hat er uns gute Dienste geleistet. Nach einer Grundüberholung in den letzten Jahren haben wir kürzlich eine größere Riemenscheibe aus Eisen gefunden. Somit stand dem Umbau nichts mehr im Wege.
Der Steinbrecher wurde am 01. Mai nach Schrevendorf gebracht. Dort wurde die alte Scheibe aus Holz abgebaut und die Welle millimetergenau vermessen.
Die neue Scheibe wurde ausgedreht, eine neue Buchse eingesetzt und auf die Achse gesetzt. Der anschließende Probelauf war ein voller Erfolg.
Ein Dank geht an das Team aus der Scheune in Schrevendorf, die den Umbau vorgenommen haben. Dort wurde nicht nur das Gerät auf den Einsatz vorbereitet sondern nebenbei auch mächtig am Transportanhänger geschraubt.
In unseren Werkstätten wird gerade an allen Ecken geschraubt und hergerichtet: Die Sonderschau „Erntetechnik – von der Sense bis zum Mähdrescher" wächst zusammen. Ein kleiner EInblick, was bei uns passiert.
Wir zeigen in Krokau am 22.-23. August die Getreideernte in ihrer ganzen Entwicklung: von reiner Handarbeit bis zur selbstfahrenden Maschine. Den Anfang machen die Handgeräte: Sensen und Forken in allen Formen. Von dort geht es weiter über mehrere Mäher und Selbstbinder, mindestens drei Dreschkästen sowie Anhänger und Transportgerät bis zur Königsklasse: mehrere Mähdrescher und ein Einfahrmähdrescher. So wird auf einen Blick sichtbar, wie aus wochenlanger Handarbeit ein einziger Arbeitsgang wurde.
FAHR trifft Deering
Ein besonderer Umbau entsteht derzeit bei Detlev. Er gat einen DEERING IH Grasmäher gefunden, den er nun mit einem FAHR Getreideableger ausrüstet.
Mit einem Getreideableger kann das gemähte Getreide vorsichtig in Gaben eingeteilt und abgelegt werden. Im Anschluss wird es von Hand gebunden. Detlev baut diesen Schwadmäher an einen Deering-Balkenmäher an. Tolle Arbeit!
Erntetechnik in klein
Bernd hat die Erntetechnik aus drei Epochen liebevoll als Modell aufgebaut: den Beginn der Motorisierung, die ersten Mähdrescher der 1960er und die heutige Technik. Drei Welten mit mehreren hundert Fahrzeug-Modellen bei der Arbeit. Die Entwicklung im Kleinen. Ganz so anschaulich wie die Originale draußen.
Ein seltenes Stück: der Lanz DP8
Unser Lanz Dreitrommel-Pressdrescher DP8 in Stahlbauweise ist eine echte Rarität. Sie war die einzige schüttlerlose Dreitrommel-Dreschmaschine, die je in Serie gegangen ist. Einsatzbereite Exemplare dürften sich an einer Hand abzählen lassen.
Statt eines Schüttlers arbeitet der DP8 mit zwei weiteren Trommeln; alle drei Trommeln laufen unterschiedlich schnell, sodass das Stroh gezogen und gedrückt wird und mehr Korn durchfällt. Der DP8 drischt sauberer als moderne Mähdrescher mit Schüttler, perfekt für die Windmühle. Für alle, die dem reinen Trommelprinzip nicht recht trauten gab es den Dreschkasten als DP16 zusätzlich mit Schüttler. 1993 wurde das Prinzip "Die dritte Trommel" von CLAAS als APS wieder entdeckt.
Stefan hat den DP8 am 1. Mai aus dem Winterlager geholt und seither ordentlich daran geschraubt.
Neuzugang mit Bezug zur Viehversorgung: der Esterer Piccolo Super
Frisch dazugekommen ist ein Esterer „Piccolo Super", den Hendrik besorgt hat. ein gezogener Feldhäcksler der Esterer AG aus Altötting. Er nahm das gemähte Gras über eine Pick-up auf, häckselte es und blies es in einen nachlaufenden Wagen; über Wechselzahnräder ließ sich die Schnittlänge einstellen. Das Häckselgut diente siliert als Futter fürs Vieh.
Damit schlägt er den Bogen zu einem Thema, das bei uns wächst: der Versorgung des Viehs. Der Bereich wird ebenfalls weiter ausgebaut.
Mit dem 19. Ostsee-Traktorentreffen beziehen wir eine neue Fläche für Parkplatz- und Fahrerlager. Gleichzeitig wird die Veranstaltung so groß und abwechslungsreich wie kein kaum ein anderes Treffen im Norden. Deshalb viel Spaß mit unserem neuen Flyer:
Download Flyer (PDF) | Download Plakat

Mit der traditionellen Maifahrt starten wir jedes Jahr in die neue Saison. In diesem Jahr nutzten wir die gemeinsame Ausfahrt gleichzeitig dazu, neue Vereinsgeräte in unsere Vereinsscheune nach Krokau zu bringen und verschiedene Maschinen zur Aufarbeitung für unser Treffen am 22. & 23. August zu verteilen.
Bei bestem Sommerwetter starteten wir mit über 20 Fahrzeugen und rund 30 Teilnehmern in Probsteierhagen. Mit dabei war auch ein Tieflader, beladen mit neuen Vereinsgeräten. Detlev übernahm mit etwa 18 km/h die Spitze des Konvois. Die Strecke führte am Passader See entlang über Fahren, durch die blühenden Rapsfelder Richtung Schönberg und anschließend durch die Salzwiesen von Stakendorf und Neuschönberg. Nach etwa anderthalb Stunden auf Feld- und Nebenwegen erreichten wir schließlich unsere Vereinsscheune in Krokau.
Noch 115 Tage bis zu unserem Treffen – und es gibt weiterhin viel zu tun. Einige Vereinsgeräte müssen geschmiert, geprüft und gewartet werden, damit sie im August zuverlässig laufen. Die Arbeiten erfolgen in kleineren Gruppen. Die Maifahrt bot daher eine gute Gelegenheit für einen ersten gemeinsamen Arbeitseinsatz zum Sichten und Umlagern der Technik in unserer Scheune.
Dabei wurde unter anderem Folgendes umgesetzt:
- Die Dreschmaschine wurde aus der Scheune gezogen und auf den Tieflader verladen. Sie wird bei Stefan überarbeitet und für den Einsatz vorbereitet.
- Der Steinbrecher ging nach Schrevendorf, wo Kevin und sein Team die Maschine zerlegen und präventiv Teile ersetzen werden.
- Das Themen-Dach „Elektrik auf dem Lande“ wird bei Dietmar in Tökendorf erweitert. Neue Exponate ergänzen die Ausstellung, gleichzeitig wird die Konstruktion verstärkt. Auch die Elektrik soll künftig nicht nur gut aussehen, sondern auch funktionsfähig sein.
Gleichzeitig konnten wir mehrere Neuzugänge aus einem Nachlass in unsere Sammlung aufnehmen:
- Schaufeln, Besen, Mistgabeln und weiteres Arbeitsgerät
- Ergänzungen für unsere Elektrik-Sammlung
- eine Viehtränke sowie eine historische Milchhandkarre
- einen Kartoffel-Häufler
- sowie einen seltenen „Pollert“-Erdwolf (siehe unten)
Gemeinsam wurde außerdem das Veranstaltungsgelände für unser Treffen besichtigt. Der neue Parkplatz ist deutlich größer und besitzt einen direkten Zugang zum Festplatz. Auch die neue Aufteilung mit großem Fahrerlager, neuen Flächen für Heu- und Milchwirtschaft sowie einem eigenen Bereich für Straßenfahrzeuge im Apfelgarten fand große Zustimmung. Die Umstellung ist der richtige Schritt für die zukünftige Entwicklung des Treffens.
Im Anschluss klang der Tag bei einem gemütlichen Beisammensein mit Pizza von der Mühle aus.
Eine besondere Rarität stellt unser neu hinzugekommener „Pollert“-Erdwolf dar. Die Firma Pollert produzierte bereits in den 1920er-Jahren Maschinen rund um den Kartoffelanbau. Bis 1945 befand sich der Firmensitz in Schneidemühl (Pommern), heute Piła in Polen. Pommern gehörte damals zu den wichtigsten Kartoffelanbaugebieten Europas und lieferte 1939 rund 12% der deutschen Kartoffelernte. In Schneidemühl waren mehrere bedeutende Landtechnik-Fabriken ansässig, darunter die Firmen August Gruse mit Kartoffelpflanz- und Erntetechnik, Wermke Ackergeräte und August Pollert. Pollert entwickelte sich zum wohl größten Hersteller von Kartoffelsortiermaschinen und später auch von Kartoffelwaschanlagen.
Unser Erdwolf entstand jedoch nach dem Krieg vermutlich in Dietrichsdorf. Dort ließ Hans Köhler zwischen 1947 und 1950 erneut unter dem Namen Pollert Kartoffelmaschinen produzieren, vor allem Sortiermaschinen. Eine solche Pollert-Sortiermaschine gehört bereits zu unserem Bestand und war damals das erste Projekt unserer Jugendgruppe.
Der nun hinzugekommene „Pollert“-Erdwolf wurde zwischen 1948 und 1950 gebaut. Die Maschine diente dazu, Kartoffel- und Rübenmieten mit Erde abzudecken, konnte jedoch ebenso im Wegebau oder zum Zuschütten von Bombentrichtern eingesetzt werden. Heute dürfte es nur noch sehr sehr wenige erhaltene Exemplare dieser Maschine geben.
